superimposition

premiered ARTBADGASTEIN 2022 BAD GASTEIN
selected for INTERNATIONAL COMPETITION @ VIDEOFORMES 2023
nominated for VIDEOFORMES AWARD 2023
AND INTERN. COMPETITION AT REGENSBURG SHORT FILM WEEK / KURZFILMWOCHE REGENSBURG
https://sixt-sense.org/superimposition
SUPERIMPOSITION
AUDIOVISUAL INSTALLATION @  ART BAD GASTEIN
IN COLLABORATION WITH MARKUS MEHR
ON BEHALF OF BWM ARCHITEKTEN, VIENNA
PETER WEISZ VIENNA (EXHIBITION CONCEPT BAD GASTEIN)

23./24.07.22, 30./31.07.22, 06./07.08.22
AT STRAUBINGER PLATZ, BAD GASTEIN
Audiovisuelle Installation von Stefanie Sixt (Video) und Markus Mehr (Sound)
für BWM Architekten
Superimposition – Schichten der Vergangenheit,
Audiovisuelle Installation by Stefanie Sixt (Video) und Markus Mehr (Sound)
(Dr. Karl Borromäus Murr)

In ihrem Schwarz-Weiß-Film „Superimposition“ erkundet die Videokünstlerin Stefanie Sixt den Genius Loci des Hotelensembles Straubingerplatz in Bad Gastein. Diese künstlerische Spurensuche legt ein archaisches Schauspiel offen, nämlich das Aufeinandertreffen von zwei primordialen Gestaltungskräften: der Natur und der Kultur, die sich gegenseitig herausfordern, überlagern, ja bedingen. Auf der einen Seite der brausende Gasteiner Wasserfall und auf der anderen Seite die vor Ort entstandene Architektur als Symbol menschlicher Kultur. Die formlos rohe Kraft der Natur begegnet der strengen Linearität menschlichen Bauens, das von den Naturkräften nach Bad Gastein gelockt worden ist. Denn im Gasteiner Wasserfall selbst liegt eine tiefere Dialektik verborgen. Trotz seiner brachialen Energie, mit der er seit Urzeiten den gebirgigen Fels bearbeitet, sorgt er zugleich für das so heilsame Kur-Klima, das die menschliche Ansiedlung in Bad Gastein ins Leben gerufen hat.
In zahlreichen Überblendungen legt Stefanie Sixt wie eine filmische Archäologin Schicht für Schicht der Vergangenheit von Bad Gasteins Wesen frei und führt damit die Etymologie von „Geschichte“ als Schichtungen von Zeit wortwörtlich vor Augen. Der virtuose Filmschnitt schichtet Zeiten, Architekturen, Relikte, Materien, Formationen und Ablagerungen übereinander, die unentwegt in bestrickende visuelle Muster münden – lebendige Abstraktionen von ebenso rohen wie vitalen Strukturen von Wirklichkeit. Der von Markus Mehr kongenial beigesteuerte Sound verwandelt das Rauschen des Gasteiner Wasserfalls in ein Hörerlebnis, das die dem Wasser eigenen Frequenzen unentwegt überlagert und in einem mächtigen Spannungsbogen steigert. Mehr untersucht dabei die Klangfarben des Ortes, chiffriert sie und formuliert die dem Ort eigenen Sounds zu elektronisch raffinierten Geräuschkaskaden um. Historische Audio-Zitate werden zu abstrakten Klangartefakten geschichtet. Damit wird die surreal anmutende Soundskulptur zum dynamischen Fundament, auf dem die Bilder sich nahtlos verankern.
„Superimposition“ stellt damit ein visuell-akustisches Palimpsest dar, das von der vitalen Macht der Zeit selbst erzählt: von ihrem Werden und Vergehen. In den Architekturen vor Ort lagert sich die Temporalität des Vergangenen ebenso wie des Gegenwärtigen ein. In den gesammelten Augenblicken der audiovisuellen Arbeit begegnet damit eine Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Die Momente des Verweilens finden sich jedoch herausgefordert vom reißenden Strom der Zeit, der unerbittlich sein chronologisches Geschäft verrichtet und – so steht zu vermuten – die immer neuen Manifestationen menschlicher Siedlungen vor Ort überdauern wird. Aber dem Menschen bleibt keine andere Alternative, als sich für Momente im Lauf der unwirtlichen Zeit häuslich einzurichten.
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